Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : E-Mail-Abmahnungen sind zulässig
"Vorsicht bei übereifrigen Spamfiltern und Firewalls
Das Hamburger Landgericht vertritt die Auffassung, dass Abmahnungen grundsätzlich auch per E-Mail zugesandt werden können. Bleibt die E-Mail in der Firewall oder dem Spamfilter hängen, soll sie laut Gericht trotzdem als zugestellt gelten."
Quelle : Gericht: E-Mail-Abmahnungen sind zulässig - Golem.de (http://www.golem.de/1002/72859.html)
Cool! Freibrief für alle Abmahnanwälte!
"Haben Sie meine Email denn nicht erhalten ? :cool: :D"
Auh, Mann. Da waren wohl wieder E-Mail-Ausdrucker am Werk. Ohne Sinn und Verstand, keinen Bezug zur Realität und mal wieder völlig an der Sache vorbei. Mein Spam-Anteil liegt bei geschätzten 98%. Und ich erhalte ständig Mails mit dem Betreff "Mahnung", wo irgendein verf***tes Online-Casino beworben wird.
Soll ich mir jetzt jeden Abend ca. 50 - 60 Spams durchlesen? Hoffentlich wird das ganz schnell gekippt. Sonst kommen wieder die überzähligen Anwälte auf den Plan. Und die Spammer werden natürlich auch darauf reagieren.
Peter
PS. Manchmal denke ich, ich lebe in einer Bananenrepublik.
Bitte schön ... Banane (http://www.marions-kochbuch.de/index-bilder/banane.jpg)
Besser der Mailfilter sendet einen Error zurück, auch wenn dies bei Hardcore-Spammern eigentlich nicht erwünscht ist.
Beim Mailserver in der Firma nutze ich alle möglichen Filter/Listen, um Spam zu lokalisieren. Das ist i.d.R. genug. Spam kommt eigentlicht - zumindest bei mir - keiner mehr rein. Die Abgewiesenen werden vom System unterrichtet, dass die Mail nicht zugestellt wurde, fertig. Nur so ist es rechtlich konform.
Auch wenn dadurch der Spammer weitere Maßnahmen zum Zustellen treffen kann. :(
onemorenerd 03-02-2010, 23:57 Ich finde das völlig korrekt! Ich profitiere fast täglich davon, dass Email als rechtssicheres Kommunikationsmittel gilt. Ich kündige meinen Telekomanschluss per Email, ich schicke Verträge, Rechnungen und Mahnungen, ich treffe bindende Absprachen, für die ich am Telefon ein Protokoll führen müsste oder einen Zeugen bräuchte. Wenn eine Email rausgeht und kein Bounce folgt, ist die Sache für mich in Sack und Tüten. Hat der Empfänger die Mail erst mal angekommen, muss ich davon ausgehen, dass er sie auch liest. Denn ich kann ja nicht prüfen, ob er seinen Spamfilter im Griff hat oder versehentlich die Löschen-Taste drückt. Ich muss auf dem Standpunkt stehen "du hast die Mai angenommen, also musst du sie auch lesen".
Genau diesen Standpunkt muss ich auch meinen Kommunikationspartnern zugestehen. Und zwar allen, auch wenn sie mich abmahnen wollen.
Für mich ist das vergleichbar mit normaler Post. Wenn ich einem Kunden eine Rechnung persönlich in den Briefkasten werfe, muss ich davon ausgehen, dass er sie da rausholt und liest. Wenn ich nicht davon ausgehen könnte, wäre Post kein brauchbares Kommunikationsmittel. Ich müsste jedes Schreiben persönlich abgeben und zusehen wie es gelesen wird. In diesem Sinne konnten die Richter gar nicht anders entscheiden, sonst hätten sie das Kommunikationsmittel Email total kastriert.
Wer übrigens keine Ressourcen aufwenden möchte, um jedem Spamer einen Bounce hinterher zu schicken, der kann auch einfach sein SMTP-Greeting oder die Message des finalen OK dafür nutzen, dem Absender mitzuteilen, dass er doch bitte auf einer bestimmen Webseite nachsehen soll, ob seine Mail als Spam erkannt wurde und sich dann ggf. per Telefon melden. :D
"du hast die Mai angenommen, also musst du sie auch lesen".
persönlich in den Briefkasten werfe, muss ich davon ausgehen, dass er sie da rausholt und liest.
Du brauchst nicht davon ausgehen, dass der Empfänger der Mail/Post diese auch liest. Es reicht der Status "korrekt zugestellt" völlig aus.
Kein Bounce/Reject bedeutet, die Mail wurde korrekt angenommen. Bei der Snailmail bekommst du übrigend auch einen Bounce, wenn die Post nicht zugestellt wurde. (Vorausgesetzt der Absender steht drauf)
onemorenerd 04-02-2010, 01:44 Genau das meine ich. Für mich als Absender gilt "angenommen = gelesen". Wenn der Empfänger seine Post nicht liest sondern ausdruckt und damit Origami macht, ist das sein Verschulden. Er hat angenommene Post zu lesen. Das haben die Richter (für Abmahnung als Sonderfall von Email) bestätigt.
Würde nicht gelten "angenommen = gelesen" sondern "angenommen = gelesen OR vom Spamfilter gelöscht OR whatever", wäre eine erfolgreiche Zustellung unmöglich. Denn dafür bräuchte man dann eine Bestätigung (da fallen mir diese unsäglichen Lesebestätigungen von Outlook ein :rolleyes:), wofür der Empfänger (= Absender der Bestätigung) wiederum eine Bestätigung bräuchte, wofür wiederum ... (diesen Satz bitte selbst vervollständigen).
Ich hab auch einmal einen Brief vom Finanzamt versehentlich in meinen Altpapierkorb geworfen, weil er zwischen Handyreklame, Versicherungswerbung und gefühlt 20 Pizza-Lieferdiensten steckte. Ärgerlich, ja. Aber trotzdem meine eigene Schuld. Und so sehe ich das auch bei diesem Thema: Ich wünsche mir seit langem, dass eMails mit Briefen gleichgestellt werden. Warum sollte ich jetzt genau bei dem Thema dagegen sein. Abgesehen davon: Abmahnungen sind doch gar nicht wirklich das Problem … ;)
Ich hab auch einmal einen Brief vom Finanzamt versehentlich in meinen Altpapierkorb geworfen, weil er zwischen Handyreklame, Versicherungswerbung und gefühlt 20 Pizza-Lieferdiensten steckte. Ärgerlich, ja. Aber trotzdem meine eigene Schuld.
Da kannst du aber ganz einfach etwas gegen machen. Einfach Aufkleber auf den Briefkasten à la "Keine Werbung einwerfen" und schon ist Ruhe im Karton. Bei Mails sieht es da ein wenig anders aus.
Peter
Da kannst du aber ganz einfach etwas gegen machen. Einfach Aufkleber auf den Briefkasten à la "Keine Werbung einwerfen" und schon ist Ruhe im Karton. Bei Mails sieht es da ein wenig anders aus.
Peter
Und du hast noch nie postalisch zugestellte Werbung auf deinen Namen bekommen?! Und auch so: Ich HABE so einen Aufkleber auf meinem Briefkasten …
Und du hast noch nie postalisch zugestellte Werbung auf deinen Namen bekommen?! Und auch so: Ich HABE so einen Aufkleber auf meinem Briefkasten …
Das sind vielleicht zwei pro Woche. Bei Spams sind es 60 - 70 am Tag.
Peter
Und jetzt stell auch mal deine Briefpost und deine täglichen eMails in dieses Verhältnis. Kommt am Ende doch auf's gleiche raus … :rolleyes:
Mir gefällt das trotzdem nicht. Alle juristischen Sachen wie Abmahnungen oder ähnliches sollte nur auf dem Postweg Gültigkeit haben. Alleine schon wegen der ganzen technischen Unwägbarkeiten. Das Risiko, dass da was hopps geht, ist viel größer als bei analogen Medien.
Außerdem besteht ja immer die Möglichkeit, dass so eine Mail abgefangen wird. Du würdest es ja auch nicht akzeptieren, wenn du die neue PIN-Nummer deiner EC-Karte per Mail zugeschickt bekommst.
Peter
onemorenerd 04-02-2010, 13:58 Das Risiko, dass da was hopps geht, ist viel größer als bei analogen Medien.Das Risiko auf deiner Seite hast du selbst in der Hand. Wenn du einen Mailserver nicht stabil betreiben kannst, dann nutze GMail oder einen anderen five-nines Anbieter. Die Deutsche Post schafft anscheinend (http://www.giga.de/features/storyarchiv/00128676-bermuda-dreieck-post-70000-briefe-verschwinden-taeglich/) nur 99,9%.
Außerdem besteht ja immer die Möglichkeit, dass so eine Mail abgefangen wird. Du würdest es ja auch nicht akzeptieren, wenn du die neue PIN-Nummer deiner EC-Karte per Mail zugeschickt bekommst.
Ganz ehrlich, ich würde es sogar begrüßen! Jeden Tag lässt der Postbote sein Fahrrad mit zwei vollen Taschen auf dem Gehweg stehen und verschwindet für 3 Minuten in unseren Hauseingängen. Meine Bank schickte mit PIN und EC im Abstand von 5 Werktagen. Es wäre sehr einfach gewesen, beide Briefe abzufangen. Aber es ist nicht so einfach, mein 20stelliges Mailpasswort zu knacken, welches ich nur über HTTPS verschicke.
Das Risiko auf deiner Seite hast du selbst in der Hand. Wenn du einen Mailserver nicht stabil betreiben kannst, dann nutze GMail oder einen anderen five-nines Anbieter. Die Deutsche Post schafft anscheinend (http://www.giga.de/features/storyarchiv/00128676-bermuda-dreieck-post-70000-briefe-verschwinden-taeglich/) nur 99,9%.
Mein Mail-Server ist von Ebiz. Da kann nichts passieren. :D
Ganz ehrlich, ich würde es sogar begrüßen! Jeden Tag lässt der Postbote sein Fahrrad mit zwei vollen Taschen auf dem Gehweg stehen und verschwindet für 3 Minuten in unseren Hauseingängen. Meine Bank schickte mit PIN und EC im Abstand von 5 Werktagen. Es wäre sehr einfach gewesen, beide Briefe abzufangen. Aber es ist nicht so einfach, mein 20stelliges Mailpasswort zu knacken, welches ich nur über HTTPS verschicke.
Ich hole mir das immer persönlich ab. Da traue ich auch der Post nicht. Eigentlich traue ich Niemandem. Die wollen alle nur mein Bestes, nämlich mein Geld.
Außerdem könnte ich mir denken, dass da wieder einige Abmahner fürchterlich Schindluder mit treiben. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass gewisse Dinge per Post erledigt werden sollen. Und zwar mit Einschreiben!
Peter
onemorenerd 04-02-2010, 22:38 heise online - Gericht stellt Erlösmodell der Abmahn-Industrie in Frage (http://www.heise.de/newsticker/meldung/Gericht-stellt-Erloesmodell-der-Abmahn-Industrie-in-Frage-922558.html)
So ist's richtig, den Handlangern die Geschäftsgrundlage entziehen.
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